Ergänzung der gesundheitsbezogenen Angabe zu Kakaoflavanolen

2. April 2015

Am 01.04.2015 wurde die Verordnung (EU) 2015/539 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und mit ihr die bereits zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu Kakaoflavanolen in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 ergänzt. Die Angabe darf nun nicht mehr nur wie bisher bei Kakaogetränken (mit Kakaopulver) oder dunkler Schokolade, sondern auch für Kapseln oder Tabletten mit Kakaoextrakt verwendet werden:

Wortlaut der Angabe:

  • Kakaoflavanole fördern die Elastizität der Blutgefäße, was zum normalen Blutfluss beiträgt.

Die Verwendungsbedingungen der Angabe lauten:

  • Die Verbraucher sind darüber zu informieren, dass die positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 200 mg Kakaoflavanolen erzielt wird.
  • Die Angabe darf nur bei Kakaogetränken (mit Kakaopulver) oder bei dunkler Schokolade verwendet werden, die mindestens eine tägliche Aufnahme von 200 mg Kakaoflavanolen mit einem Polymerisationsgrad von 1 – 10 liefern.
  • Die Angabe darf nur für Kapseln oder Tabletten mit Kakaoextrakt mit einem hohen Anteil an Flavanolen verwendet werden, die mindestens eine tägliche Aufnahme von 200 mg Kakaoflavanolen mit einem Polymerisationsgrad von 1 – 10 liefern.

Beschränkungen für diese Angabe:

Die Verwendung der Angabe ist sowohl bei Kakaogetränken (mit Kakaopulver) und bei dunkler Schokolade als auch für Kapseln oder Tabletten mit Kakaoextrakt zunächst für einen Zeitraum von 5 Jahren auf den Antragsteller beschränkt. Antragsteller der Angabe ist die Barry Callebaut Belgium N.V. Die Fünfjahresfrist hat für Kakaogetränke und dunkle Schokolade bereits am 24.09.2013 begonnen und wird für Kapseln/Tabletten am 21.04.2015 zu laufen beginnen. Erst nach Ablauf der jeweiligen Frist dürfen sich auch andere Unternehmer der Angaben bedienen. Für andere Unternehmer besteht innerhalb der genannten Zeiträume weiterhin die Möglichkeit, die gleichen gesundheitsbezogenen Angaben zu beantragen.

Die Verordnung tritt am 21.04.2015 in Kraft.

Abschließend weisen wir darauf hin, dass über die Zulassung weiterer gesundheitsbezogener Angaben, insbesondere zu Pflanzen und Pflanzenstoffen (sogenannte „Botanicals“), noch nicht entschieden ist. Im August 2014 wurde in den Rechtssachen T-619/14 und T-620/14 gegen die Europäische Kommission Klage eingereicht, da sie noch nicht über gesundheitsbezogene Angaben zu Pflanzenstoffen entschieden hat.

Die Verordnung finden Sie in der Anlage oder kann unter folgendem Link abgerufen werden: Hier klicken!

Stand: 01.04.2015

Redaktion: Dr. Christine Konnertz-Häußler, LL.M., Rechtsanwältin, Gummersbach, info@kwg.eu

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