Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse erlauben Rework in Brühwürsten der Spitzenqualität

22. Oktober 2015

Die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches befinden sich seit 2011 in der Überarbeitung. Erste Änderungen wurden am 01.12.2014 veröffentlicht. Eine weitere Änderung wird Ende dieses Jahres erwartet.

Nunmehr informiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den aktuellen Sachstand. Der Sachstandsbericht ist über die Homepage des BMEL abrufbar und diesem Schreiben als Anlage beigefügt. Danach soll künftig die Verwendung von Rework in Brühwürsten der Spitzenqualität unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein. Im Sachstandsbericht des BMEL heißt es:

„Die Beschreibung von Fleischerzeugnissen mit der Auslobung ‚Spitzenqualität‘ wurde konkretisiert, insbesondere wurde Leitsatzziffer 2.18 ergänzt und die Frage nach der Mitverwendung von Rework in diesen Erzeugnissen beantwortet. Unter Rework werden insbesondere Wurststücke verstanden, die bei der Produktion anfallen und in dieser Form nicht vermarktet werden können. Es wurde klargestellt, dass eine Mitverwendung bei Fleischerzeugnissen mit hervorhebenden Hinweisen grundsätzlich nicht üblich ist. Lediglich für einen besonderen Fall wurde eine Ausnahme von diesem Grundsatz festgestellt: Wenn beim Aufschneiden von Brühwursterzeugnissen der Spitzenqualität Endstücke ohne Zeitverzug und ohne Beeinträchtigung der sensorischen Eigenschaften unter definierten Bedingungen wieder verarbeitet werden, ist deren Mitverwendung bis zu einem Anteil von maximal 3 % marktüblich, um Ressourcen zu schonen.“

Damit scheint eine Lösung einer Fragestellung gefunden, die in der Vergangenheit mehrfach die Gerichte beschäftigt hat. Abzuwarten bleibt, wie von Seiten der Überwachung die „definierten Bedingungen“ in der Praxis ausgelegt werden.

Die weiteren wesentlichen Inhalte der anstehenden Neuregelung können dem Sachstandsbericht des BMEL ebenfalls entnommen werden. Wie die genaue Ausgestaltung der Neuregelungen erfolgt, bleibt letztlich aber bis zur Veröffentlichung abzuwarten.

Stand: 22.10.2015

Redaktion: Sascha Schigulski, Rechtsanwalt, Gummersbach, info@kwg.eu

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