EuGH-Urteil zur Abkühlung von Fleisch von frisch geschlachteten Tieren in einem LKW

Der EuGH hat sich mit Urteil vom 02.05.2019 (Rs. C-98/18) mit der Frage beschäftigt, ob sich aus den Regelungen in Anhang III Abschnitt I Kapitel VII Nr. 1 und 3 der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 ergibt, dass Fleisch nach der Schlachtung nur in den Räumlichkeiten eines Schlachthofes abgekühlt werden darf, bis es in allen Teilen eine Temperatur von höchstens 7 °C erreicht hat, oder ob es auch in einem Kühlwagen auf dem Gelände des Schlachthofes abgekühlt werden kann.

Der Schlachthofbetreiber machte geltend, dass das Fleisch auch nach dem Verladen in einem Kühlwagen auf die erforderliche Temperatur von 7 °C abgekühlt werde. Dafür gelte die allgemeine Faustregel, wonach die Temperatur des Fleisches um 1 °C pro Stunde sinke. Es sei in jedem Fall sichergestellt, dass der Kühlwagen das Schlachthofgelände nicht verlasse, bevor diese Temperatur nach der Faustregel als erreicht gelte.

Der EuGH stellte hierzu fest, dass das Abkühlen des Fleisches im Schlachthof selbst erfolgen muss, sodass das Verladen des Fleisches in einen Kühlwagen erst dann beginnen darf, wenn das Fleisch eine Temperatur von höchstens 7 °C erreicht hat.

Das Urteil des EuGH können Sie hier abrufen.

Nach dem Urteil des EuGH ist damit zu rechnen, dass die Verladetemperaturen bei Kontrollen von Schlacht- und Zerlegebetrieben nun sehr genau überprüft werden. 

Stand: 14.05.2019

Redaktion: Hildegard Schöllmann, Rechtsanwältin, Gummersbach, info@kwg.eu